Auf Kurs zum klimaneutralen Betrieb
Wir wollen erneuerbare Energielösungen fördern und einen klimaeffizienten Betrieb vorantreiben.
Color Lines Ziel ist es, bis 2050 klimaneutral zu sein. Mehr als 99 % unserer eigenen Treibhausgasemissionen stammen aus dem Kraftstoffverbrauch unserer Schiffe. Klimaverbesserungen im Zusammenhang mit der Flotte sind daher ein zentraler Schwerpunkt unserer Nachhaltigkeitsstrategie.
Ziele und Ambitionen
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Ziele 2030
- 55 % Reduzierung der Kohlenstoffintensität, gemessen ab dem Jahr 2000
- 10 % Reduzierung des Treibstoffverbrauchs unserer Schiffe, gemessen ab 2019
- Landstromversorgung in all unseren Häfen
- 30 % Reduzierung des Stromverbrauchs im Zusammenhang mit dem Betrieb unserer landseitigen Standorte, gemessen ab 2019
- Klimaneutrale Hafenbetriebe und klimaneutrale Firmenfahrzeuge
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Ambitionen für 2050
- Erreichen eines klimaneutralen Betriebs – vorbehaltlich der Entwicklung und Verfügbarkeit von emissionsfreien Technologien.
Unsere wichtigsten Maßnahmen
Energieeffizienzsteigerung
Bis 2030 liegt der Fokus darauf, den Treibstoffverbrauch unserer Schiffe Jahr für Jahr durch eine Reihe von Energieeffizienzmaßnahmen zu senken. Einige dieser Maßnahmen wurden bereits umgesetzt, weitere folgen in den kommenden Jahren.
Routenoptimierung und Anpassung der Fahrpläne
Wir analysieren und optimieren unsere Routen kontinuierlich, um die effizienteste Fahrweise zu ermitteln. Durch die Optimierung von Geschwindigkeit und Fahrprofil reduzieren wir den Treibstoffverbrauch. In der Neben‑ und Zwischensaison passen wir die Fahrpläne einzelner Schiffe – wie Superspeed 1 und 2 – an, um unnötigen Treibstoffverbrauch zu vermeiden.
Verbesserungen an Rumpf und Motor
Unsere Schiffe werden technisch weiterentwickelt, um ihre Energieeffizienz zu erhöhen. Dazu gehören regelmäßige Rumpfreinigungen zur Verringerung des Wasserwiderstands sowie gezielte Anpassungen an den Motoren zur Optimierung der Treibstoffausnutzung.
Austausch der Propeller
Die Propeller von Superspeed 1 und 2 werden ausgetauscht und an die tatsächliche durchschnittliche Betriebsgeschwindigkeit der Schiffe angepasst – statt an theoretische Werte. Dadurch wird der Treibstoffverbrauch weiter reduziert.
Umweltfreundlicher Rumpfanstrich
Auf mehreren unserer Schiffe, darunter Color Magic, Superspeed 1 und Color Fantasy, setzen wir silikonbasierte Rumpfbeschichtungen ein. Diese sorgen für geringeren Wasserwiderstand, was den Energieverbrauch senkt und die Emissionen reduziert.
Erhöhter Einsatz von Biokraftstoffen
Wir testen und nutzen Biokraftstoffe auf mehreren unserer Schiffe. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Reduzierung von Emissionen, und wir planen, den Anteil von Biokraftstoffen in den kommenden Jahren weiter zu erhöhen.
Landstromversorgung im Hafen
Wenn unsere Schiffe in Norwegen und in Kiel im Hafen liegen, werden sie an Landstrom angeschlossen, anstatt ihre eigenen Motoren zu nutzen. Dadurch werden die Emissionen deutlich reduziert. Zudem arbeiten wir mit den Häfen in Hirtshals und Strömstad daran, dort bis 2030 ebenfalls Landstrom nutzen zu können.
Flottenentwicklung
Die aktuelle Flotte von Color Line besteht aus modernen und effizienten Schiffen, die im Zeitraum von 2004 bis 2019 gebaut wurden. Dazu gehört mit Color Hybrid eines der größten Plug‑in‑Hybrid‑Schiffe der Welt. Der Verkauf von Color Viking und von Color Carrier im Jahr 2022 markierte den Schlusspunkt für ältere Tonnage in der Flotte des Unternehmens. Heute sind alle Schiffe von Color Line speziell für die jeweilige Route konzipiert und gebaut, auf der sie eingesetzt werden.
Um das Ziel einer klimaneutralen Flotte bis 2050 zu erreichen, ist im Zeitraum von 2030 bis 2050 eine weitere Entwicklung der Tonnage erforderlich. Dies umfasst die schrittweise Einführung neuer Technologien und emissionsfreier Lösungen, eine enge Zusammenarbeit mit führenden Akteuren in den Bereichen Batterietechnologie, Hafeninfrastruktur und Regulierung sowie einen Übergang, der etappenweise und routenweise erfolgt.
Vollständige Elektrifizierung von Color Hybrid (2030–2040)
Color Hybrid verfügt bereits über einen Batteriebetrieb, dessen Kapazität jedoch erhöht werden muss, um längere Strecken vollständig emissionsfrei zurücklegen zu können. Voraussetzung dafür ist eine Landstromversorgung sowohl in Sandefjord als auch in Strömstad. Das Schiff ist technisch auf diese Erweiterung vorbereitet, und die regulatorischen Hürden gelten als vergleichsweise gering. Color Line befindet sich hierzu im Dialog mit den zuständigen schwedischen Behörden, um die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen.
Hybridisierung der Routen zwischen Norwegen und Dänemark (2030–2040)
Wir prüfen die Möglichkeit, die Routen zwischen Norwegen und Dänemark teilweise zu elektrifizieren. Dies würde den Einsatz großer Batteriepacks in Kombination mit Mehrstofflösungen auf Basis von Null‑ oder nahezu Null‑Emissionen umfassen. Dabei bewerten wir sowohl die Nachrüstung bestehender Schiffe als auch die Entwicklung neuer Einheiten. Voraussetzung hierfür ist eine umfangreiche Hafeninfrastruktur mit hoher Netzkapazität, geeigneten Ladelösungen und gegebenenfalls Energiespeichern sowie fortschrittliche technische Lösungen an Bord.
Großskalige Lösungen für Langstreckenrouten (2040–2050)
Im Zeitraum von 2040 bis 2050 richtet sich der Fokus auf die Route Oslo–Kiel. Für diese Langstrecke sind weiterentwickelte Technologien erforderlich, um einen emissionsfreien Betrieb zu ermöglichen. Wir prüfen sowohl die Umrüstung bestehender Schiffe als auch die Entwicklung neuer emissionsfreier Neubauten. Die entsprechenden Entscheidungen werden auf Basis des weiteren technologischen Fortschritts sowie einer engen Zusammenarbeit mit Branchenakteuren und Behörden getroffen.