Sicherheit und Prävention
Color Line strebt danach, jederzeit Situationen vorzubeugen, die zu Schaden an Leben, Gesundheit und Umwelt führen können.
Sicherheit an erster Stelle
Color Line Marine AS (CLM) ist das maritime Betriebsunternehmen der Color Line (ISM‑Code Company) und verantwortlich dafür, dass alle maritimen Abläufe gemäß geltenden Gesetzen und Vorschriften durchgeführt werden. Dabei steht die Sicherheit sowohl an Bord als auch an den Terminals im Mittelpunkt. Dies umfasst insbesondere die Prävention von Situationen, die Leben, Gesundheit oder Umwelt gefährden könnten. Die Schiffe und die landseitige Notfallorganisation von CLM führen regelmäßig Übungen gemäß den gesetzlichen Anforderungen durch.
Die Meldung und Ursachenanalyse von Vorfällen wird kontinuierlich verbessert. Dadurch gewinnt das Unternehmen wertvolle Einblicke in operative Risiken und kann präventive Maßnahmen entwickeln, um unerwünschte Ereignisse zu vermeiden. Alle sicherheitsrelevanten Vorfälle im maritimen Betrieb werden im unternehmenseigenen HSE‑System (TQM) dokumentiert. Dieses System dient gleichzeitig als präventives Werkzeug und ist nach dem ISM‑Code zertifiziert. Nach der Umsetzung von Korrekturmaßnahmen werden die Ergebnisse im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses an die relevanten Fachbereiche kommuniziert.
Diese systematische und präventive Arbeit zeigt klare Ergebnisse: Die Zahl schwerwiegender Abweichungen ist zurückgegangen, und bei Port State Control‑Inspektionen wird seit Jahren eine konstant geringe Zahl an Beobachtungen festgestellt. Darüber hinaus erhält das Unternehmen regelmäßig positives Feedback aus internen und externen Audits, unter anderem von Klassifikationsgesellschaften und maritimen Behörden.
Im Jahr 2025 wurden im Rahmen des Paris‑MOU‑Abkommens acht Port‑State‑Control‑Inspektionen durch ausländische Behörden an unseren Schiffen durchgeführt. Dabei wurden insgesamt drei Abweichungen festgestellt – das entspricht durchschnittlich 0,38 Abweichungen pro Inspektion. Dieser Wert liegt deutlich unter dem europäischen Branchendurchschnitt von 2,79 Abweichungen pro Inspektion.
Training und proaktive Maßnahmen
Alle Seeleute erhalten zu Beginn ihrer Beschäftigung eine umfassende HSE‑Schulung und müssen regelmäßig an Auffrischungskursen teilnehmen. Color Line verfügt über ein definiertes Qualifikationsrahmenwerk, das alle verpflichtenden Trainings für Mitarbeitende festlegt – darunter Sicherheit an Bord und Erste Hilfe. Für das Seepersonal umfasst dies insbesondere die maritimen Sicherheitsanforderungen gemäß der überarbeiteten STCW‑Konvention 2010 (Manila), die seit dem 1. Januar 2017 verbindlich ist. Zusätzlich bietet das Unternehmen interne Schulungsprogramme an, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen und Mitarbeitende in allen Funktionen betreffen.
Im Jahr 2019 beauftragte das Unternehmen externe Fachressourcen, um die Feuerbereitschaft an Bord zu überprüfen und die Kompetenzen der Besatzungen in diesem Bereich gezielt weiterzuentwickeln. In den vergangenen zwei Jahren wurden zudem externe Spezialisten eingesetzt, um die Notfallvorsorge an den landseitigen Standorten zu stärken und die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Rettungs‑ und Einsatzkräften in den Regionen, in denen wir operieren, weiter zu koordinieren und auszubauen.
Um einen engen Austausch zwischen der Besatzung an Bord und der Unternehmensleitung sicherzustellen, sind feste Ansprechpersonen für einen reibungslosen Informationsfluss und eine klare Kommunikation verantwortlich. Color Line verfügt zudem über etablierte Verfahren und Systeme für die Notfallvorsorge, einschließlich spezialisierter Einsatz- und Betriebsteams, die regelmäßig sowohl auf See als auch an Land trainieren und Übungen durchführen. Sämtliche Sicherheitseinrichtungen werden gemäß den geltenden Vorschriften und der Unternehmens-Sicherheitspolitik geprüft, getestet und laufend aktualisiert. An Bord steht eine grundlegende medizinische Notfallversorgung für Mitarbeitende und Passagiere zur Verfügung.
Die Wasser- und Lebensmittelsicherheit wird von speziell dafür benannten Fachkräften überwacht, die kontinuierlich über relevante Entwicklungen, Pläne und regulatorische Änderungen informiert bleiben. Risiken in Zusammenhang mit maritimen Operationen werden systematisch mithilfe von Risikomatrizen bewertet, und für nicht‑routinemäßige Tätigkeiten werden sogenannte „Safe Job Analyses“ durchgeführt. Mitarbeitende dürfen keine Arbeiten ausführen, die als unsicher eingestuft werden. Sicherheitsbeauftragte sind verpflichtet, Tätigkeiten sofort zu stoppen, wenn eine unmittelbare Gefahr für Leben oder Gesundheit besteht.
Color Line verfügt über mehrere Sicherheitsbeauftragte, die in kontinuierlichem Dialog mit dem Unternehmen zu Arbeitsumgebung, Gesundheit und Sicherheit stehen. Die Sicherheitsbeauftragten sind Teil des Health and Safety Committee (HSC), das ein sicheres Arbeitsumfeld in der gesamten Organisation sicherstellt. Auf jedem Schiff finden jährlich sechs HSC‑Sitzungen statt, und einmal pro Quartal werden HSE‑Inspektionen durchgeführt, an denen der Sicherheitsbeauftragte des Schiffes, die Sicherheitsrepräsentanten und das Management teilnehmen. Zusätzlich werden an allen Bürostandorten jährliche HSE‑Begehungen in Zusammenarbeit mit dem Betriebsärztlichen Dienst durchgeführt, die die Grundlage für die jährlichen Aktionspläne bilden.
Color Line nimmt außerdem an nationalen und internationalen Foren teil, die Sicherheit und Umweltschutz im maritimen Sektor fördern. Das Unternehmen arbeitet aktiv an der gemeinsamen Umsetzung und Durchsetzung neuer Anforderungen und Vorschriften im europäischen Markt für den maritimen Transport.
Gemeinschaftliche Krisenvorsorge
Color Line verfügt über gut etablierte und verlässliche Verfahren sowie Strukturen zur Gewährleistung der Sicherheit – Maßnahmen, die auch für die Gesellschaft von großer Bedeutung sind. Ein wichtiger Bestandteil dieses Engagements sind realitätsnahe Übungen in passenden Einsatzumgebungen. Color Line unterstützt diese, indem das Unternehmen seine Schiffe als Trainingsplattform zur Verfügung stellt, wenn Streitkräfte, Polizei, Joint Rescue Coordination Centres, Kommunen oder andere Behörden Übungen zur Bewältigung kritischer Situationen durchführen. Diese Trainings bieten allen Beteiligten wertvolle und notwendige Erfahrungen in der Einsatzbewältigung und Zusammenarbeit.
Color Line nimmt seine gesellschaftliche Verantwortung sehr ernst. Das Unternehmen ist ein zentraler und wichtiger Partner für die öffentlichen Behörden bei der Weiterentwicklung der maritimen Sicherheit.
Jan Helge Kaiser, Leiter der Kreis‑Krisenvorsorge, Vestfold.